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Warum du scheitern wirst?

Der einzige Weg, um Neujahrsvorsätze durchzuhalten!

  • 3 Januar 2018
  • Autor: ejk
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Warum du scheitern wirst?

Seit kurzem betreibe ich Gehen-Lesen-Lernen. Während ich morgens gehe/laufe, (aber auch, wenn ich Auto fahre) höre ich mir Hörbücher an. Seit ich Anfang November damit begonnen habe, habe ich vier Fachbücher und zwei Romane durch.
Dabei bin ich auf ein (Hör)buch gestoßen, das zeigt, warum der Großteil der Neujahrsvorsätze leider nur zu Frust führen wird. Das hier gezeigte Beispiel betrifft in erster Linie Abnehmen und Diäten, trifft aber im Prinzip auf alles zu, was wir verändern wollen.

Cortisol

Cortisol ist das wichtigste Anti-Stress-Hormon im Körper. Cortisol schützt den Körper vor den negativen Folgen von Stress und sorgt für die Anpassung an Umweltbedingungen. Ohne Cortisol wäre der Mensch nicht lebensfähig. Es gibt eine Vielzahl an Stressoren für den Körper. Stress bedeutet jedoch nicht nur, wenn wir mit der Arbeit nicht pünktlich fertig werden, oder fünf Aufgaben gleichzeitig erledigen sollen. Der Körper registriert bereits Stress, wenn eine Information, ein Auftrag, nicht unserer Überzeugungswelt oder unseren Gewohnheiten passt. Sobald etwas an den Grenzen unserer Komfort-Zone kratzt, haben wir Stress.

Cortisol ist grundsätzlich gut. Es unterstützt das Immunsystem und trägt zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei. Stress verbraucht aber viel Energie und das mobilisiert Zucker im Körper. Der Blutzuckerspiegel wird angehoben. Zur Zeit des Säbelzahntigers war das sinnvoll, um schnell wegrennen zu können. Vom Bürosessel würden wir vielleicht auch gerne davonrennen, können aber nicht. Also werden der Zucker und die Energie nicht verbraucht.

Insulin

Insulin wird ausgeschüttet, um die Energie (Zucker) in die Muskeln zu transportieren, wo sie jedoch nicht verbraucht wird. Überschüssige Energie landet bei den Reserven: in der Leber oder in Fettpolstern.
Insulin blockiert aber auch den Fettabbau. Solange viel Zucker im Blut ist, werden die körpereigenen Fettreserven nicht angerührt. Schlussendlich führt hoher Insulinspiegel zu einem schnellen Abfall des Blutzuckers, was sich oft durch Heißhunger aufgrund einer Unterzuckerung äußern kann.

Also essen wir, um den Hunger zu befriedigen. Gleichzeitig wird Dopamin ausgeschüttet.

Dopamin

Dopamin ist ein Nervenbotenstoff. Er dient im Gehirn der Kommunikation der Nervenzellen untereinander. Dabei vermittelt Dopamin in bestimmten „Schaltkreisen“ positive Gefühlserlebnisse („Belohnungseffekt“). Dopamin – so wie auch Serotonin – gilt deshalb als Glückshormon. Im Vergleich zu Serotonin bewirkt Dopamin aber eher eine längerfristige Motivationssteigerung und Antriebsförderung. Da wir Glück lieben und brauchen, wiederholen wir Handlungen, die zu Dopaminausschüttung führen. Zum Beispiel Schokolade essen.

Basalganglien

Die Basalganglien sind ein Gehirnbereich unter der Großhirnrinde, der eigentlich eine Filterfunktion erfüllt. Dort werden Verhaltensmuster gesteuert. Unerwünschte Muster werden zugunsten wünschenswerter Muster unterdrückt, die zur Ausführung freigegeben werden. Dabei unterscheiden diese Filter nicht primär, was wir bewusst als erwünscht oder nicht erwünscht einstufen, sondern, was auf Grund unzähliger Wiederholungen als funktionell (für Überleben gut) und nicht funktionell (für Überleben weniger gut), abgespeichert wurde.

Das Problem ist nun, das alles, was wir sehr häufig tun und damit unsere Gewohnheiten ausmacht, vom Gehirn als funktionell abgespeichert wird, weil wir es, wenn es NICHT funktionell wäre, NICHT dauernd wiederholen würden.
Kurz: Wenn wir ein Klavierstück Zehntausendmal geübt haben, dann ist das funktionell, die Bewegungen, die nötig sind, um das Stück zu spielen werden damit abgespeichert.
Wenn wir bei jeder Werbeunterbrechung aufspringen, um uns etwas aus der Schoko-Lade zu holen, dann ist das funktionell, weil unzählige Male wiederholt.
Alles, was wir unzählige Male wiederholen, wird zur Gewohnheit. Diese Gewohnheiten erhalten von unseren Basalganglien ständig ein Go!, egal ob sie objektiv gut oder schlecht sind. Ein Teufelskreis beginnt ...

Deshalb ist es vollkommen egal, welche Diät wir ausprobieren, welche Ziele wir uns setzen und welche Pläne wir austüfteln – nichts wird helfen, solange wir unsere Gewohnheiten nicht ändern. Das betrifft den Versuch, das Rauchen aufzuhören genauso, wie sportlicher zu werden, mehr zu lesen, mehr zu lernen, freundlicher zu sein, ein besserer Partner zu sein, usw, ...

Fazit: Der einzige Weg eine gute Gewohnheit anzunehmen ist, die erwünschte Handlung öfter durchzuführen, als die unerwünschte. So einfach – so schwierig.

  • öfter laufen, als nicht laufen
  • öfter um 5 Uhr aufstehen, als liegen bleiben
  • öfter einen Apfel essen, anstatt einer Rippe Schokolade
  • öfter lesen, als in den Fernseher zu glotzen
  • öfter "ich hab´ dich lieb sagen, als am Essen rumnörgeln
  • ...
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