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Balu's Blog

Einfach mal drauf los ...

nach einer Idee von Seppo

  • 9 Februar 2016
  • Autor: ejk
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Einfach mal drauf los ...

Für den heutigen Beitrag wäre eigentlich (schon wieder dieses Unwort) das Thema Plastik geplant gewesen, doch mein Freund Seppo hat mich auf eine andere Idee gebracht.
Nunja ... ich muss das gleich richtigstellen. Seppo ist ein Blogger, dem ich folge, und das Einzige, das wir außer dem Schreiben möglicherweise gemeinsam haben, sind Haare im Gesicht. Er pflegt die seinen mit unzähligen Mittelchen und Utensilien - ich lasse die meinen wild gewähren. Also ihr seht, das als Freundschaft zu bezeichnen, wäre schon sehr extrem. Wir kennen uns nicht!
Aber ... Seppo hat mich eben auf die Idee gebracht, einfach mal drauf loszuschreiben.
Tja ... und da sitz ich nun (13:46 Uhr) ... und tippe (13:55) ... oder auch nicht ... (14:10). Also bei Seppo scheint das zu funktionieren, der hat ja täglich einen oder mehrere Beiträge in seinem Blog.
Bei mir funktioniert das scheinbar nicht. Zumal ich eigentlich an meinen Romanen arbeiten sollte. Nein, ich will mich jetzt nicht beschweren. Im Dezember habe ich ein Manuskript abgeliefert und bei meinem aktuellen Projekt bin ich sehr gut im Plan. Wenn es so weiter läuft, bin ich im am 6. Juni mit dem Rohentwurf fertig.
Was ich grad schreibe? Die Haupt-Figur ist schon durch einige meiner Blogeinträge und Facebookposts gewandert. Hendryk. Es sollte eine Art Online-Fortsetzungsgeschichte werden. Nachdem ich ihn aber über ein Jahr in der Gosse hab liegenlassen, musste ich ihm versprechen, seine Story endlich fertig zu erzählen. Was ich nun auch mache.
Die meisten meiner Blogeinträge sind also (auch so ein Füllwort) geplant. Nicht gerade wochenlang im Voraus, oft nicht einmal tagelang, aber ich kau die Idee schon einige Male in meinen Gehirnwindungen durch, bevor ich sie niederschreibe.
Sehr häufig reicht die Zeit gar nicht, das ordentlich zu tun, und dann kommt es durchaus zu Widersprüchen zwischen dem Beginn und dem Ende eines Textes.
Wenn ich es also genau nehme, hat Seppo recht und die Reise beginnt zwar meist mit einer bestimmten Idee, endet aber schon mal im Chaos. Bei mir zumindest.
Einfach mal was hinschreiben. Also wenn ich ganz ehrlich bin, tu ich das natürlich auch. Diese Texte sind aber nur äußerst selten zur Veröffentlichung gedacht bzw. geeignet. Sie landen dann in meinem Textarchiv und warten darauf auf die ein oder andere Weise in irgend einer Geschichte unterzukommen.
Warum?
Weil sie Gedankenspiele enthalten, die mir helfen, Dinge, Ereignisse, Situationen, Gefühle, Gelüste, Gedanken von allen Seiten zu beleuchten, mich gedanklich selbst in einen Gutmenschen, einen Nazi, einen Dschihadisten, einen Pornodarsteller, eine Hure, einen Priester oder den amerikanischen Präsidenten zu versetzen. Ich habe davon einmal meinem Arzt erzählt und der meinte glatt, ich solle mir keine Sorgen machen, dagegen gäbe es Tabletten.
Ich habe dankend abgelehnt. Solange mir kein Außerirdischer am Morgen den Kaffee kocht und ich beim Schlafengehen keinen Bombengürtel ablege, mache ich mir keine Sorgen.
Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich mich dem Fantastischen zugewandt habe. Warum ich lieber Fantasy und Science Fiction schreibe, als einen Gesellschaftsroman. In der Science Fiction kann der Böse alles tun und ich kann ihn seiner gerechten Strafe zuführen oder ihn damit durchkommen lassen. In der Fantasy kann ich dem Helden unendliches Leid und Schmerz widerfahren lassen, ihm seine Rache zugestehen und ihn danach dennoch glücklich in den Sonnenuntergang ziehen lassen. In den Mysterie-Geschichten kann ich die Protagonisten eine Welt erkennen lassen, die wir mit unseren bewussten Sinnen nicht mehr wahrnehmen, weil uns die aufgeklärte Wissenschaft gesagt hat, dass es sie nicht gibt. In meiner Story kann ich, ohne als verrückt zu gelten, mit Geister kommunizieren, an Einhörner glauben und einen Kriminalfall mit Hilfe eines Toten aufklären. In meinen Geschichten kann ich all das tun und lassen, was uns alle glücklich machen würde, die vernünftige oder ängstliche oder verrückte oder gierige oder, oder, oder ... Welt, Gesellschaft, Nachbarschaft, oder, oder, oder einfach nicht mehr zulassen.
Warum gibt es so viele, die lieber in irgendwelchen Dokusoaps, anderen beim Leben zusehen, als selbst zu leben? Warum ist die Angst selbst zu leben heute größer, als je zuvor?
Warum schreibe ich Geschichten, die von anderen gelesen werden, obwohl nichts darin »Real« ist?
Ich habe einige Vermutungen, die aber so widersprüchlich sind, dass ich wiederum ein ganzes Buch schreiben müsste, um sie darzulegen. Da ich aber kein Doktor, Professor oder anerkannter Wissenschaftler bin, müsste ich es wieder in SF, Fantasy oder Mystery verpacken um, nicht als Scharlatan zu gelten. Dann versteht’s vielleicht wieder keiner ...
Nein, ich habe keine Angst als Scharlatan zu gelten. Ich weiß ja von mir selbst, was ich wirklich bin. Doch als Individuum, das in einer Gesellschaft lebt, habe ich auch eine Verpflichtung jenen gegenüber, die mit mir leben. Und die Frau eines Spinners, die Mutter eines Scharlatans und der Vater eines Verrückten zu sein, ist kein schönes Leben. Deshalb halte ich mich lieber etwas zurück, bis nur noch ich übrig bin und dann können mich alle mal und ich sage, was ich mir wirklich denke!!!

Das war jetzt ein winziger Ausflug in einen solchen Charakter (smile).
Wie bin ich nun wirklich? Wie soll ich das beschreiben, ohne arrogant zu wirken?
Ich habe einen IQ von 143, bin im Hauptberuf Serienkiller und unterrichte an einer Abenschule, um an meine Opfer heranzukommen.
Was davon stimmt jetzt und was ist gelogen? Oder ist alles nur der Einstieg in eine Charakterbeschreibung für eines meiner nächsten Bücher?
Wer weiß das schon und werden wir es je erfahren?
Was immer also in einem Blogbeitrag einem FB-Post oder sonst wo von mir geschrieben steht, kann die Wahrheit sein, oder auch pure Fiction. Jeder, der sie liest, muss jedes Mal für sich selbst entscheiden, ob er glaubt oder nicht.
Ich bin grundsätzlich dafür, gar nichts zu glauben, aber alles für möglich zu halten - und dann solltet ihr versuchen, die Wahrheit herauszufinden. Ihr solltet leben!

Tja ... Seppo hat recht. Einfach drauf loszuschreiben, bringt einen an Orte, wo man ursprünglich gar nicht hinwollte. Vielleicht sollte ich meine Wanderschuhe anziehen und das draußen auch mal versuchen. Auch ich sollte hin und wieder leben ;)

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