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2016 - »Neustart« oder nur »Weiter wie bisher ...«

Vom Wohl oder Übel guter Vorsätze

  • 11 Januar 2016
  • Autor: ejk
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2016 - »Neustart« oder nur »Weiter wie bisher ...«

Zugegeben, das neue Jahr 2016 ist bereits 11 Tage alt und viele haben ihre Vorsätze bereits wieder über Bord geworfen, während andere noch nicht einmal mit der Umsetzung begonnen haben. Ich gehöre glücklicherweise weder zu der einen noch zur anderen Gruppe.

Natürlich mache auch ich mir um die Weihnachtszeit Gedanken darüber, wie das kommende Jahr verlaufen sollte/könnte/wird. Aber ich bin seit Jahren darüber hinweg, den Jahreswechsel als Anlasspunkt für einen Kurswechsel meiner Lebensführung zu missbrauchen.

Für mich ist der Jahreswechsel vor allem eines: Zeit für Urlaub und Zeit zum Abschalten. Und natürlich damit auch Zeit über Dinge nachzudenken, die mich nicht täglich beschäftigten, aber Einfluss auf mein tägliches Leben haben.

Ich stelle keine Wunschliste auf, keine ToDo-Zettel und auch keinen strategischen Durchführungsplan. Mir ist mein Gewicht gleichgültig, meine Gesundheit, meine »Karriere« und all die anderen »wichtigen« und »unwichtigen« Dinge des Lebens.
Achtung! Gleich-gültig, nicht »wurscht« im Sinne von »keine Bedeutung«. Gleich-gültig bedeutet: genauso wichtig wie an jedem anderen Tag des Lebens.

Es ist meiner Meinung nach fatal, mit wichtigen Entscheidungen zu Familie, Leben, Gesundheit, etc. nur ein- oder zweimal im Jahr nachzudenken und einen möglichen Wendepunkt nur zum Jahreswechsel einzurichten. Fatal deshalb, weil die nächste Gelegenheit zu einem Neustart erst nach einem weiteren Jahr eintritt, wenn bei der Umsetzung etwas nicht klappt, oder unvorhersehbare Ereignisse die Durchführung behindern.

Ich selbst habe es mir zum Prinzip gemacht in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen über den Verlauf wichtiger Lebensthemen nachzudenken. Das passiert bei mir mittlerweile vollkommen ungeplant. Ich benötige dazu weder einen Terminkalender noch einen Reminder. Es ist für mich zur Gewohnheit geworden. Manchmal am morgen auf der Toilette. Oftmals, wenn ich allein beim Frühstück sitze, weil meine Frau schon zur Arbeit gefahren ist. Wenn ich beim Friseur sitze und warte, bis ich an der Reihe bin oder wenn ich eine halbe Stunde zu früh bei einem Termin bin und ich auf Handyspiele zum Zeitvertreib verzichte.
Oder, wenn ich mir am späten Abend vielleicht doch mal einen Film angesehen und gerade den Monitor ausgeschaltet habe, bleibe ich noch ein paar Minuten im Dunkeln sitzen. Dann lasse ich mitunter die Ereignisse des Filmes revue-passieren und stelle Verweise zu meinem Leben her. Oft aber auch, wenn ich im Bett noch gelesen habe und mich zum Einschlafen bereitmache. Dann denke ich über mein Leben nach.

Das ist also sehr oft im Jahresverlauf. Der Vorteil: Die Sache ist meist in wenigen Minuten - mitunter Augenblicken - abgeschlossen, und wenn ich auf Umstände oder Vorgehensweisen stoße, die mir nicht behagen, dann sind das meist nur Kleinigkeiten, die sich recht rasch erledigen und umkrempeln lassen.

Früher habe auch ich auf den Jahreswechsel gewartet, um einschneidende Änderungen in meinem Leben zu planen und danach umzusetzen. Meistens bin ich gescheitert! Zu viel war zusammengekommen und sollte jetzt geändert werden. Zu groß war der Berg aus ungewollten Gewohnheiten und überschüssigen Kilos geworden und zu viel hing davon ab, dass die ersten Wochen des Jahres auch so verliefen, wie ich es geplant und erwartet hatte. Systemfehler!
Irgendetwas passierte immer, dass mich dann aus der Bahn warf, mich vom Kurs abbrachte oder es war schlichtweg viel zu mühsam, alle Punkte täglich im Auge zu behalten.

Mein Rekord war eine Tabelle mit 9 Lebensbereichen zu je 3 - 5 Jahreszielen und einer ToDo-Liste mit 73 Punkten. Die Excel-Tabelle habe ich heute noch - als abschreckendes Beispiel. Das bedeutete Druck, Dauerbelastung und Scheitern auf ganzer Linie.
Die letzten paar Jahre habe ich mir ein solches Desaster erspart. Ziele, Aktivitäten zur Umsetzung, Meilensteine und Kreuzungspunkte sind über mein ganzes Jahr verstreut. Nichts, was ich nicht mag, häuft sich mehr an, da ich es jederzeit angehe(n) (kann). Mein tägliches Leben macht Freude und Spaß, da ich jederzeit umsetzen kann, was ich will.
Weihnachten und Neujahr sind für mich somit Zeit für MICH (und meine Lieben). Kein Planungsstress, kein Umsetzungsdruck und keine Versagensängste.

Ich weiß, für viele kommt dieser Beitrag am 11. Jänner zu spät. Aber früher ging’s nicht, da ich ab Weihnachten bis gestern im Ruhemodus war ;)

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Kategorien: Allgemein
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