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»Meine Welt - Deine Welt«

- oder was passiert, wenn wir uns lieben (oder auch nicht)?

  • 28 November 2015
  • Autor: ejk
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»Meine Welt - Deine Welt«

In meinem letzten Eintrag habe ich beschrieben, dass wir alle in unserer »eigenen Welt« Leben. Einer Welt, die wir auf Grund unserer Erfahrungen und daraus resultierenden Überzeugungen geschaffen haben.
Daraus ergibt sich zweierlei. ICH bin das Wichtigste in MEINER Welt. (Du natürlich in deiner und er/sie in seiner/ihrer). ICH bin der Mittelpunkt in MEINER Welt. (W. o.).
Ich bin das Zentrum meiner WeltDas hat aber auch die Konsequenz, dass wir selbst für »unsere Welt« verantwortlich sind und wenn wir uns nicht als das Wichtigste in UNSERER Welt sehen können, dann haben wir ein Problem.
In UNSERER Welt sollten wir in jedem Fall wir selbst sein, selbst bestimmen und uns jedenfalls egoistisch verhalten. Wir sollten denken, glauben, fühlen, tun und lassen, was immer WIR wollen. Es ist unseres und niemand hat das Recht, daran etwas zu ändern. Das ist lange genug passiert und wird auch weiterhin passieren, mit dem Unterschied, dass es uns ab sofort bewusst sein sollte.

Ich hör´ schon die Fragen und Vorwürfe. Egoismus ist das Gift, das unsere Welt von Tag zu Tag schlechter macht. Wir dürfen nicht nur an uns selber denken!

Das stimmt nicht, wenn es um mich und meine eigene Welt geht. Das stimmt, sobald meine Welt auf deine Welt trifft. Da fängt es nun an, kompliziert zu werden:

Wie ich bereits sagte, JEDER von uns hat seine EIGENE Welt. Und ich betone es nochmal, weil es so extrem wichtig ist, das zu verstehen. In DEINER Welt bist DU das WICHTIGSTE.

Meine Welt und deine Welt in Begegnung

Aber in dem Augenblick, in dem wir uns begegnen, berühren sich unsere Welten. Sie berühren sich, beginnen sich zu überschneiden, beeinflussen einander und wirken auf unterschiedlichste Art aufeinander.
Das führt im besten Fall dazu, dass beide Welten reicher, bunter und lebenswerter werden.

Welten können aufeinanderprallen

Es kann aber auch dazu führen, dass Welten zusammenstoßen, eine Welt die andere behindert, beschädigt oder gar zerstört.
Daraus wird klar, dass wir zwar in unserer eigenen Welt das Wichtigste sind, aber in der Welt »da draußen«, wo sich viele andere individuelle Welten bewegen und begegnen, mit einem gehörigen Maß an Vorsicht und Rücksicht agieren müssen.

Vor schädlichen Einflüssen schützen

Genauso, wie wir verhindern müssen, dass die Welt anderer, schlechten Einfluss auf unsere Welt ausübt, müssen wir vermeiden, destruktiv auf die Welten anderer zu wirken.
Das können wir nur, wenn wir unsere eigene Welt gut kennen und uns anstrengen, die Welt der anderen kennenzulernen, versuchen, sie zu verstehen und uns BEMÜHEN nur zu geben und zu verlangen, was zu dem anderen passt.

Ich habe bewusst »bemühen« verwendet. Es passiert auch uns selbst immer wieder, dass unsere eigene Welt »belastet« wird, allein durch die Existenz eines anderen oder davon, wie die Welt dieses Menschen beschaffen ist. Nämlich dann, wenn dessen Welt so absolut nicht zu unserer Welt - sprich - unseren Überzeugungen passt. Egal wie sehr der andere sich bemühen würde, zwei vollkommen entgegengesetzte Pole kommen nur sehr schwer zueinander.
Je harmonischer und runder jedoch unsere eigene Welt ist, desto weniger Reibungspunkte werden wir mit den Welten anderer haben. Je harmonischer wir selbst sind, desto leichter lässt sich Harmonie mit anderen herstellen.
Wir dürfen jedoch nicht glauben, dass wir allein es sind, die vollkommene Harmonie, Glück und Weltfrieden (inneren und äußeren) schaffen können. Wir sind immer auch auf das Wohlwollen der anderen angewiesen. Genauso wenig können wir die »Welt da draußen« alleine retten - und das ist auch garantiert nicht unsere Aufgabe.

Beziehungswelten

In der Partnerschaft kommt noch ein Aspekt dazu. In einer Beziehung haben wir uns darauf eingelassen, eine gemeinsame Welt zu schaffen. Dort wo sich unsere Welten überschneiden, dort wo das Gemeinsame liegt, entsteht die Welt der Beziehung. Dort entsteht der Grund für Liebe. Die Liebe selbst findet wiederum in unserer ganz persönlichen eigenen Welt statt.
In gesunden Beziehungen steuern beide Welten etwas bei, das diese Beziehungswelt gedeihen und sich entwickeln lässt.

Du muss dich ändern...!

In ungesunden Beziehungen kann es vorkommen, dass zu viel von der einen Welt, dass Wenige der anderen Welt verdrängt. Das passiert, wenn wir erwarten, dass sich unser Partner anpasst oder ändert.

Rückzugsmöglichkeiten sind wichtig in einer Beziehung

Beide Partner müssen auch die Möglichkeit erhalten, sich fallweise bzw. mehr oder weniger regelmäßig in die eigene Welt zurückziehen zu können. Wer hier mit Eifersucht oder Misstrauen reagiert, wirkt destruktiv. Partnerschaft darf keinesfalls bedeuten, dass jemand seine eigene individuelle Welt aufgeben muss. Wir brauchen unser EIGENES, um gesund bleiben zu können. Auch in einer Beziehung. Wenn wir es zulassen, dass der Partner/die Partnerin sich bei Bedarf in die eigene Welt zurückziehen kann, kommt diese(r) gern auch wieder in die Beziehungswelt zurück.

Ich habe davon gesprochen, dass wir uns bemühen müssen, die Welten anderer zu verstehen. Doch zuerst müssen wir uns selbst verstehen. Unsere Neigungen und Abneigungen kennenlernen und unsere Überzeugungen hinterfragen. Gehirnforscher Dr. Rolf Arnold stellt immer wieder gerne die Frage: »Seit wann denkst du so, wie du denkst.« Wie wir eine Antwort darauf finden können, will ich im nächsten Artikel behandeln:

Demnächst: Wer oder Was bin ich?
Grafiken: ejk

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Kategorien: Konstruktivismus
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