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Aufwärmphase

Foto: http://www.freeimages.com/

  • 3 Mai 2014
  • Autor: ejk
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Aufwärmphase
Auf Facebook habe ich folgenden Aufruf gestartet:

Mit 19. Mai startet die Arbeit an meiner neuen Roman-Trilogie "2133 ArcNet" mit dem ersten Band "Organversagen". Als Kickoff nehme ich in etwas mehr als zwei Wochen an einem Schreib-Wochenende im schönen Waldviertel teil.
Bis dahin begebe ich mich in die Aufwärm- und Trainingsphase und werde täglich 500 Wörter schreiben, die aus euren Anregungen entstehen.
Wie das geht?
Schreibt bitte in den Kommantar zu diesem Post die ersten 8 bis 10 Wörter eines Satzes, den ihr frei erfinden könnt. Aus diesem Satzbeginn, bastle ich dann eine 500 Wörter lange Geschichte oder den Teil einer Geschichte und poste diese dann auf http://balubaer.blogspot.com.

Ein kleines Beispiel, wie das aussehen könnte, poste ich in Kürze im Blog.

Damit die Sache auch für euch spannend wird, gibt's eine kleine Belohnung. Die Person, die den Anfangssatz für den am öftesten gelesenen Blog-Eintrag geliefert hat, bekommt ein Exemplar von "Mit 40 war Schluss" gratis zugeschickt. ... Hmm ... ob das nicht doch eher eine Strafe ist?

Und jetzt bin ich mal gespannt, was kommt und was daraus wird ...

Das auf Facebook versprochene Beispiel:

Der Satz: Am Tag nach meinem zwölften Geburtstag sagte mein Vater mir ...
Das wurde daraus:

Am Tag nach meinem zwölften Geburtstag sagte mein Vater mir: "Sohn,… du bist genauso unnütz, wie deine Schlampe von Mutter, die wahrscheinlich gerade mit dem Nachbarn vögelt. Wer weiß, ob du überhaupt mein Balg bist, oder die Missgeburt von irgendeinem dahergelaufenen Versager."

Ein anderes Kind in meinem Alter, wäre wahrscheinlich heulend aus dem Zimmer gelaufen. Mir machte das nichts mehr aus. Andere zwölfjährige hatten Probleme mit den Älteren in der Schule oder mit den Lehrern, hatten beschissene Noten oder waren zu schüchtern, um Mädchen kennen zu lernen. Das alles lief bei mir wie am Schnürchen. Mein Problem lag vor mir auf der abgewetzten, vollkommen verdreckten Couch und trug ein ebenso verdrecktes Unterhemd. Mein Problem war mein nach Alkohol, Zigaretten und Urin stinkender Vater. Wie oft hatte ich mir gewünscht, dass er Recht hätte und ich der Sohn eines anderen wäre. Aber selbst dann wäre immer noch dieser Kerl in diesem Zimmer und würde mich anmachen.
Er hatte offenbar die ganze Nacht durchgesoffen. Mutter war nicht beim Nachbarn, sondern in der Reinigung, wo sie zwei Schichten arbeitete um mich und meinen kleinen Bruder Benny durchzubringen. Ich hatte die Nase voll. Langsam begann sich das Blut in meinem Kopf zu stauen und Wut stieg auf. Sie kroch wie tausende kleiner Ameisen langsam meine Beine hoch. Knapp über meinem Nabel schienen sie ein Loch in meinen Körper zu fressen und einen Bau zu graben. Mein Herz begann schneller zu schlagen und wie eine Faust auf die mächtige Tür eines Kerkers einzuhämmern, um endlich befreit zu werden. Dieser Mann war einmal ein geachteter Militärpolizist, auf den ich stolz war. Ich wollte so sein wie er. Doch dann kam dieser Unfall und nichts war mehr wie früher.

Ich fühlte, wie sich meine Fäuste ballten und meine Muskeln bis zum Zerbersten anspannten. Ich wollte ihn anspringen und ihm die Zähne aus seiner Fratze prügeln. Doch ich wusste, was er dann mit mir machen würde. Mutter hatte es erlebt …

„Was starrst du mich so belämmert an, du kleiner Scheißkerl? Geh in die Küche und hol mir noch ein Bier, bevor ich dir zeige, was man mit Hunden wie dir anstellt.“
Er begann langsam die Schnalle seines schweren Ledergürtels zu lösen. Die Striemen vom letzten Mal waren noch nicht abgeheilt und ich hatte keinen Bock darauf, dass er ein neues Muster auf meinen Rücken zeichnete.


Ich drehte mich um und ging aus dem Zimmer. Aber ich ließ die Küche links liegen und betrat das ehemalige Arbeitszimmer dieses Monsters. Langsam und geräuschlos öffnete ich die Schublade des Schreibtischs und holte seine frühere Dienstwaffe hervor. Ich steckte das Magazin, das danebenlag, in den Griff und lud durch, wie er es mir in besseren Jahren gezeigt hatte. Langsam ging ich zurück ins Wohnzimmer. Er starrte mich grinsend an: "Das wagst du nicht, du Missgeburt."

Ich hob den Lauf in die Richtung seiner miesen Fratze und drückte ab. Einmal, zweimal,… dreimal. Einmal für den kleinen Benny, einmal für meine Mutter und einmal für mich selbst.

Ich war gerade zwölf geworden… und ein Mörder.
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Kategorien: Schriftstellerei
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